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Mercedes-Benz Special Trucks

Schwere Unimog – U 4023, U 5023 und U 5025

Die drei Modelle werden nach ihrem tatsächlichen technischen Stand getrennt: U 4023 und U 5023 bilden die regulär dokumentierte hochgeländegängige Baureihe; der neue U 5025 ist eine leistungsstärkere Sonderausführung für Einsatzkräfte.

Abschnitte und Quellen dieser Seite
Modelle und zentrale Baugruppen
  • U 4023 · bis 10,3 t zulässiges Gesamtgewicht
  • U 5023 · bis 14,5 t zulässiges Gesamtgewicht
  • U 5025 · 252 PS und 1.000 Nm
  • OM 934 LA und UG 100/8 im U 4023 und U 5023
  • Zuschaltbarer Allrad, Sperren und Portalachsen

Die korrekten Modellbezeichnungen

U 4028 und U 5028 sind in den derzeitigen offiziellen Modellunterlagen nicht aufgeführt. Die reguläre technische Übersicht nennt U 4023 und U 5023. Zusätzlich beschreibt Mercedes-Benz Special Trucks den U 5025 als neues, besonders leistungsstarkes Modell für Feuerwehren, Behörden und Streitkräfte.

Die Verkaufsbezeichnung allein ersetzt weder Baureihe noch Baumuster. U 4023 und U 5023 führen die Entwicklungslinie der Baureihe 437.4 fort. Für den U 5025 veröffentlicht die derzeitige Herstellerseite noch kein vollständiges Baumusterblatt. Deshalb werden fehlende Angaben nicht aus der Bezeichnung abgeleitet.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Special Trucks · Modellübersicht U 4023 und U 5023 · Mercedes-Benz Special Trucks · U 5025

U 5025 – neue Leistungsstufe für Einsatzkräfte

Daimler Truck nennt für den U 5025 einen Vierzylinder-Motor der Familie OM 934 mit 252 PS und 1.000 Nm. Das sind 21 PS mehr als beim bisherigen Standardmodell. Eine geländeoptimierte Getriebeauslegung soll diese höhere Leistungsstufe nutzbar machen. Allradantrieb, Portalachsen, sperrbare Differentiale und TireControl plus bleiben die prägenden Geländesysteme.

Für die 2026 angekündigten THW-Fahrzeuge nennt der Hersteller bis zu 1,2 Meter Watfähigkeit, bis zu 500 Millimeter Achsverschränkung und 480 Millimeter Bodenfreiheit unter dem Achsdifferential. Das sind Daten dieser Einsatzkonfiguration und keine pauschale Zusage für jeden Aufbau. Der U 5025 ergänzt das Portfolio gezielt für Feuerwehren, Behörden und Streitkräfte; er wird hier nicht als allgemeiner Ersatz des U 5023 bezeichnet.

Ein vollständiges technisches Modellblatt fehlt bisher. Motorbaumuster, Hubraum, Abgasstufe, genaue Getriebebezeichnung, Achsbaumuster und Gewichtsgrenzen werden deshalb erst ergänzt, wenn Mercedes-Benz diese fahrzeugbezogen veröffentlicht.

  • Offiziell genannt: 252 PS und 1.000 Nm
  • Offiziell genannt: geländeoptimierte Getriebeauslegung
  • Offiziell genannt: Allrad, Portalachsen, sperrbare Differentiale und TireControl plus
  • Noch offen: Motorbaumuster, Hubraum, Abgasstufe sowie vollständige Getriebe-, Achs- und Gewichtsdaten

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Special Trucks · U 5025 für hoheitliche Aufgaben · Daimler Truck · technische Angaben zum U 5025 für das THW

U 5023 – schwereres Fahrgestell und höhere Achslasten

Der U 5023 kombiniert den OM 934 LA mit 170 kW beziehungsweise 231 PS und 900 Nm mit dem Getriebe UG 100/8. Der Radstand beträgt in der aktuellen Übersicht 3.850 Millimeter. Als Achsbaumuster nennt Mercedes-Benz 737.223 vorn und 747.223 hinten.

Je nach Ausführung nennt die Modellübersicht 12,5 oder 13,0 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht und mit entsprechender Sonderausstattung bis zu 14,5 Tonnen. Die höchsten aufgeführten Achslasten betragen 6,4 Tonnen vorn und 8,8 Tonnen hinten. Der U 5023 beginnt mit größerer Bereifung als der U 4023 und besitzt die höheren Böschungs- und Rampenwinkel der beiden regulären Modelle.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Special Trucks · technische Daten U 5023

U 4023 – leichtere Klasse mit gleichem Grundantrieb

Auch der U 4023 verwendet den OM 934 LA mit 170 kW beziehungsweise 231 PS, 900 Nm und das UG 100/8. Der Unterschied zum U 5023 liegt deshalb nicht in einer geringeren Motorleistung, sondern vor allem in Fahrgestell, Achsen, Bereifung und zulässigen Lasten. Die Achsbaumuster lauten 737.367 vorn und 747.367 hinten.

Die aktuelle Übersicht nennt 7,5 oder 8,0 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht und mit entsprechender Sonderausstattung bis zu 10,3 Tonnen. Die höchsten aufgeführten Achslasten liegen bei 4,6 Tonnen vorn und 6,0 Tonnen hinten. Als kleinste beziehungsweise regulär aufgeführte Bereifung wird 335/80 R 20 genannt.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Special Trucks · technische Daten U 4023

Motor und Abgasnachbehandlung

Im U 4023 und U 5023 arbeitet der OM 934 LA, Baumuster 934.974: ein aufgeladener Vierzylinder-Reihendiesel mit 5.132 Kubikzentimetern Hubraum, 170 kW beziehungsweise 231 PS und 900 Nm. Die Common-Rail-Direkteinspritzung erreicht laut Hersteller bis zu 2.400 bar. Für die aktuell dokumentierte Euro-VIe-Ausführung werden Dieselpartikelfilter und SCR-Katalysator genannt.

Zum Bremssystem des Antriebsstrangs gehört eine zweistufige Dekompressions-Motorbremse mit bis zu 178 kW Bremsleistung. Der U 5025 verwendet ebenfalls einen OM-934-Vierzylinder, doch die für U 4023 und U 5023 veröffentlichten Detailwerte zu Motorbaumuster, Hubraum, Einspritzdruck, Abgasstufe und Motorbremse dürfen nicht ungeprüft auf seine stärkere Ausführung übertragen werden.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Special Trucks · Motor U 4023 und U 5023

UG 100/8, Schaltung und Geländegruppe

Das UG 100/8 des U 4023 und U 5023 ist ein vollsynchronisiertes Vorwärts-Rückwärts-Getriebe mit acht Vorwärts- und sechs nutzbaren Rückwärtsgängen. Die elektropneumatische EPS-Schaltung und die elektronische Schnellwendeschaltung EQR gehören zur regulären Beschreibung; EAS automatisiert die Schaltvorgänge und wird in der detaillierten Ausstattungsübersicht als Option geführt.

Eine Geländegruppe ergänzt acht stark untersetzte Vorwärts- und Rückwärtsstufen. Sie erweitert den Geschwindigkeitsbereich, ersetzt aber keine Arbeits- oder Kriechganggruppe für jeden denkbaren Gerätebetrieb. Beim U 5025 bestätigt Mercedes-Benz bislang nur eine geländeoptimierte Getriebeauslegung; die Bezeichnung UG 100/8 wird ihm auf dieser Seite deshalb nicht ungeprüft zugeschrieben.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Special Trucks · Getriebe U 4023 und U 5023

Allradantrieb, Schubrohr und Differentialsperren

Im Straßenbetrieb treibt das Grundsystem die Hinterachse an; der Allradantrieb wird pneumatisch zugeschaltet. Drei einzeln schaltbare Differentialsperren unterstützen den Kraftschluss im Gelände. Sperren schaffen jedoch keine zusätzliche Motorkraft: Sie begrenzen den Drehzahlausgleich und verteilen das vorhandene Drehmoment auf Räder mit unterschiedlicher Traktion.

Die Gelenkwellen drehen sich innerhalb der Schubrohre. Die Gelenkwelle überträgt das Drehmoment; Schubrohr und Schubkugel führen Längskräfte und erlauben die räumliche Bewegung der Achse gegenüber Getriebe und Rahmen. Diese Trennung erklärt, weshalb große Verschränkung und ein geschützter Antriebsstrang gleichzeitig möglich sind.

  • Gelenkwelle: überträgt Drehmoment
  • Schubrohr: umschließt die Welle und führt Längskräfte
  • Schubkugel: beweglicher Abstützpunkt der Achse
  • Differentialsperren: begrenzen den Drehzahlausgleich bei geringer Traktion

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Trucks · Antrieb und Geländeeigenschaften

Portalachsen als Teil des Gesamtkonzepts

Die Portalvorgelege versetzen die Radnaben nach unten und schaffen dadurch Bodenfreiheit. Zugleich bilden sie eine zusätzliche Untersetzungsstufe. So steigt das Drehmoment nahe am Rad, während Achsgehäuse und Differential höher über Hindernissen liegen.

Der Vorteil entsteht nicht kostenlos: Portalgehäuse besitzen zusätzliche Zahnräder, Lager und Dichtungen. Ölstand, Temperatur, Spiel und Dichtheit gehören daher zu den wichtigen Prüfpunkten. Reifengröße, Achsübersetzung und Portalübersetzung müssen immer als gemeinsames System betrachtet werden.

Der Portalversatz verlegt die Radmitte unter die Achswellenlinie. Anders als bei einer normalen Achse muss mehr Bodenfreiheit dadurch nicht allein durch größere Reifen erreicht werden. Die zusätzliche Untersetzung erhöht das Moment erst nahe am Rad. Für ein vorgegebenes Radmoment können die davorliegenden Bauteile deshalb mit geringerem Moment belastet sein; Lager- und Zahnkräfte im Vorgelege müssen dafür vor Ort aufgenommen werden.

Die Geometrie beeinflusst auch den Kraftfluss bei Hindernissen. Reifenkräfte greifen unterhalb des Achskörpers an und erzeugen zusätzliche Momente. Die Schubrohrführung und die übrigen Führungselemente müssen diese Kräfte in den Rahmen leiten, während die Schraubenfedern hauptsächlich die federnde Abstützung ermöglichen. Ein Portalvorgelege ist daher nicht nur ein Abstandshalter, sondern eine tragende und drehmomentübertragende Baugruppe.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Special Trucks · Räder und Achsen

Generischer Schnitt einer Portalachse mit höher liegendem Achskörper und Untersetzung an den Radenden.
Generische Abbildung – KI generiertPortalvorgelege verlagern die letzte Untersetzung zum Rad und schaffen Abstand zwischen Achskörper und Boden.

Fahrgestell, Federung und Bremsen

Der gekröpfte, vollverschweißte Leiterrahmen ist gezielt verwindungsfähig. Zwei U-förmige Längsträger, Rohrquerträger und Dreipunktlagerungen entkoppeln Rahmenverwindung von Fahrerhaus, Motor, Getriebe und geeigneten Aufbauten. Schraubengefederte Portalachsen und bis zu 30 Grad Achsverschränkung halten die Räder auf unebenem Untergrund länger in Bodenkontakt.

U 4023 und U 5023 besitzen eine pneumatische 13-bar-Bremsanlage mit Scheibenbremsen an allen vier Rädern, elektronischer lastabhängiger Bremskraftregelung und Vierkanal-Offroad-ABS. Die Watfähigkeit beträgt serienmäßig bis 0,8 Meter und mit entsprechender Ausstattung bis 1,2 Meter. Diese Detailwerte werden für den U 5025 erst übernommen, wenn sie fahrzeugbezogen bestätigt sind.

Rahmenverwindung ist beim hochgeländegängigen Unimog Teil des Konzepts. Stehen die Räder auf unterschiedlichen Höhen, bewegen sich Achsen und Rahmen gegeneinander. Eine geeignete Aufbauanbindung verhindert, dass ein steifer Aufbau diese Bewegung unzulässig blockiert. Gleichzeitig muss sie Gewicht und Fahrkräfte kontrolliert übertragen. Beweglichkeit bedeutet daher keine lose Befestigung, sondern definierte Freiheitsgrade bei festgelegtem Kraftfluss.

Schubrohre nehmen Längskräfte und Reaktionsmomente aus dem Achsantrieb auf und führen sie zu ihren Lagerstellen. Damit unterscheidet sich die Achsführung von der eines üblichen straßenorientierten Lkw. Die genaue Funktion der Querführung bleibt zusätzlich zu betrachten. Aus der schematischen Darstellung dürfen deshalb weder Lagerkräfte noch zulässige Aufbaulasten abgelesen werden; dafür werden die konkreten Aufbaurichtlinien benötigt.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Special Trucks · Rahmen, Achsen und Bremsen

Nebenabtriebe, Hydraulik und Geräteanbau

Ein Geräteträger benötigt definierte mechanische, hydraulische und elektrische Schnittstellen. Nebenabtriebe stellen Drehzahl und Leistung für Arbeitsgeräte bereit, während Hydraulikanlagen Kräfte und Bewegungen erzeugen. Anbaupunkte übertragen dabei nicht nur Gewicht, sondern auch Arbeits- und Reaktionskräfte in Rahmen und Achsen.

Beim hochgeländegängigen U 4023 und U 5023 stehen vor allem Aufbauten und Schnittstellen im Vordergrund; beim U 5025 nennt Mercedes-Benz beispielsweise Seilwinde, Dachluke, Lichtmast sowie Anschlüsse für Funk, Strom und Spezialtechnik. Eine Ausstattungsliste wird immer fahrzeugbezogen geführt, weil nicht jede Option mit jeder Gewichts- und Aufbauvariante kombinierbar ist.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Trucks · An- und Aufbaumöglichkeiten · Mercedes-Benz Special Trucks · U 5025 im Einsatz

Vorgänger U 4000 und U 5000 richtig einordnen

Die vorherige Entwicklungsstufe der Baureihe 437.4 führte U 4000 und U 5000 mit dem Vierzylinder OM 924 LA. Je nach Markt und Ausführung wurden bis zu 160 beziehungsweise 163 kW und bis zu 810 Nm angeboten. Das Grundgetriebe UG 100/8, die EPS-Schaltung, Schubrohre, Portalachsen und der zuschaltbare Allrad zeigen, dass der Wechsel zu U 4023 und U 5023 eine technische Evolution und kein vollständiger Systembruch war.

Die wesentlichen Fortschritte der neueren Stufe liegen im OM 934 LA mit 170 kW und 900 Nm, der Euro-VI-Abgasnachbehandlung, dem überarbeiteten Einbaukonzept sowie moderner Bedienung. Für Export- und Defence-Märkte können ältere U-4000- und U-5000-Ausführungen weiterhin geführt werden; Bauzeit und Zulassungsfähigkeit müssen deshalb marktbezogen angegeben werden.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Special Trucks · Vergleich U 4023 bis U 5000

Plastische Schnittdarstellung einer geländegängigen Portalachse mit hoch liegendem Differential und untersetzten Radnaben.
Generische Abbildung – KI generiertSchematische KI-Illustration zur Portaltechnik; keine Darstellung eines bestimmten Unimog-Baumusters.

Modellordnung

Drei aktuelle schwere Unimog-Modelle

U 4023 und U 5023 sind vollständig in der aktuellen technischen Modellübersicht dokumentiert. Für den U 5025 liegen seit 2026 erste Motor- und Geländedaten vor, aber noch kein gleich umfangreiches Modellblatt.

Neueste Sonderausführung

Unimog U 5025

Seit 2026 dokumentiert · 252 PS · 1.000 Nm

Leistungsstärkere Ausführung mit OM-934-Vierzylinder auf der bewährten hochgeländegängigen Plattform, mit geländeoptimierter Getriebeauslegung, Allradantrieb und Portalachsen.

U 5025 öffnen

Aktuelles schweres Modell

Unimog U 5023

170 kW/231 PS · 900 Nm · bis 14,5 t

Schwerere Fahrgestell- und Achsausführung mit OM 934 LA, UG 100/8, größeren Achslasten und größeren serienmäßigen Reifen.

U 5023 öffnen

Aktuelles schweres Modell

Unimog U 4023

170 kW/231 PS · 900 Nm · bis 10,3 t

Leichtere Ausführung mit demselben Grundmotor und Grundgetriebe wie der U 5023, aber eigenen Achsbaumustern, Lastgrenzen und Bereifungen.

U 4023 öffnen

Nachprüfbare Grundlage

Quellenbasis dieser Seite

Die technischen Kernaussagen wurden mit den folgenden Hersteller- und Systemanbieterinformationen abgeglichen. Fahrzeugbezogene Reparaturdaten bleiben den Unterlagen des konkreten Baumusters vorbehalten.

Einordnung

Technisches Verständnis, keine Reparaturfreigabe.

Die Darstellung erklärt Aufbau und Funktion. Fahrzeugabhängige Reparaturwerte, Prüfabläufe und Sicherheitsvorgaben müssen immer aus den passenden Herstellerunterlagen entnommen werden.