Drive 1: Hauptmenü. Drive 2: technische Direktziele. Link antippen: Vorschau; erneut antippen: Seite öffnen.

Nutzfahrzeugtechnik MAG

Bitte Handy quer halten

Im Querformat sehen Sie die breite Drive-Ansicht mit Banner und Technikmenüs. Drehen Sie Ihr Handy auf die Seite.

Bleibt die Ansicht hochkant, lösen Sie bitte die Drehsperre Ihres Geräts.

Alle Bedienelemente sind auch mit VoiceOver erreichbar.

Herstellerübersicht · MAN

MAN TGX und TGA – drei Entwicklungsstufen

Die MAN-Fernverkehrslinie wird von der Neuen MAN Truck Generation über den ersten TGX bis zum TGA zurückverfolgt. Modelljahres-, Motor- und Cockpitupdates bleiben innerhalb ihrer jeweiligen Grundgeneration.

Abschnitte und Quellen dieser Seite
MAN-Technik nach Generation
  • Neue MAN Truck Generation · seit 2020
  • Erster TGX/TGS · 2007 bis 2020
  • TGA · 2000 bis 2007
  • D30, D26, D38 und historischer V8
  • TipMatic, Motorbremse und Retarder

Grundgeneration und Modellpflege sauber trennen

MAN führte 2000 den TGA ein, teilte die schwere Baureihe 2007 in TGX und TGS und präsentierte 2020 die Neue MAN Truck Generation. Diese drei Schritte bilden die Reihenfolge der Fernverkehrsgenerationen auf dieser Seite. Eine veränderte Front, eine neue Abgasstufe oder ein neuer Motor allein erzeugt keine vierte Generation.

Der TGX steht vor allem für Fernverkehr und Schwerlast. Der TGS ergänzt ihn für Bau, robuste Verteileraufgaben, Allrad- und aufbaunahe Anwendungen. Achsformel, Fahrerhaus, Motor, Getriebe und Bremsausrüstung werden deshalb immer als konkrete Konfiguration betrachtet.

Quellenhinweis: MAN · Unternehmensgeschichte · MAN · Neue Truck Generation 2020

Aktuell: Neue MAN Truck Generation seit 2020

Die 2020 vorgestellte Generation ordnete Fahrerarbeitsplatz, Bordelektronik, Vernetzung und Assistenz neu. Im Fernverkehr stehen die Fahrerhäuser GX, GM und GN zur Verfügung; sie unterscheiden sich unter anderem bei Innenhöhe, Stauraum und Schlafbereich. MAN SmartSelect und außen erreichbare EasyControl-Tasten sind charakteristische Bedienlösungen dieser Generation.

Der D30 PowerLion ist ein später Antriebsentwicklungsschritt innerhalb derselben Fahrzeugfamilie. Daneben bleiben je nach Markt und Aufgabe D26- und D38-Konfigurationen sowie der batterieelektrische eTGX relevant. Elektroantrieb und Dieseltechnik werden dabei nicht in ein gemeinsames Motorkapitel gezwängt.

  • TGX für Fernverkehr und Schwerlast, TGS für Bau- und Spezialaufgaben
  • digitale Instrumente, vernetzte Assistenz und neue Bedienarchitektur
  • 4×2 und 6×2 im Fernverkehr; weitere Achsformeln einsatzabhängig

Quellenhinweis: MAN · Generationseinführung · MAN Deutschland · TGX

Direkter Vorgänger: TGX und TGS von 2007 bis 2020

2007 lösten TGX und TGS den TGA ab. Der TGX erhielt eine klarere Fernverkehrs- und Schwerlastausrichtung; das XXL-Fahrerhaus wurde zum sichtbaren Merkmal international eingesetzter Fahrzeuge. Die lange Produktionszeit umfasst mehrere Front-, Innenraum-, Emissions- und Antriebsupdates.

Das frühe Spitzenmodell mit 680 PS nutzte einen V8. Spätere Euro-VI-Fahrzeuge wurden im schweren Fernverkehr vor allem von Reihensechszylindern der Familien D26 und D38 geprägt. Der V8 bleibt deshalb ein historischer Sonderpunkt und wird nicht auf die gesamte TGX-Laufzeit übertragen.

Quellenhinweis: MAN · TGX/TGS und 680-PS-V8

Davor: MAN TGA von 2000 bis 2007

Der TGA begründete die moderne schwere TG-Familie. Er verband Fernverkehrs-, Bau- und schwere Straßenausführungen mit mehreren Fahrerhausgrößen und einer für die Zeit weitreichenden elektronischen Unterstützung.

TipMatic, ComfortShift, Abstandsregelung und weitere Systeme waren bereits verfügbar, ihre genaue Kombination änderte sich jedoch mit Modelljahr und Ausführung. Leistungs-, Gangzahl- und Retarderangaben werden deshalb nicht pauschal auf jeden TGA übertragen.

Quellenhinweis: MAN · Rückblick auf TGA und TGX

Motoren: vom historischen V8 zum integrierten D30-Antrieb

Der aktuelle D30 beziehungsweise D3066 ist ein 12,7-Liter-Reihensechszylinder mit 380 bis 560 PS und 2.100 bis 2.800 Nm. MAN koppelt ihn im PowerLion-Antriebsstrang an TipMatic 14. D26 und D38 decken je nach Markt weiterhin andere Leistungs- und Einsatzbereiche ab; der 15,2-Liter-D38 reicht in veröffentlichten TGX-Konfigurationen bis 640 PS.

Beim ersten TGX markiert der 680-PS-V8 einen historischen Sonderpunkt. Er darf nicht mit dem späteren D38-Reihensechszylinder gleichgesetzt werden. Für den TGA bleiben Leistungsstufe, Emissionsstand und Motorfamilie an eine konkrete Modelljahrbroschüre oder Fahrzeugkennung gebunden.

Beim D30 verbindet MAN XPI-Common-Rail-Einspritzung mit einer zweistufigen SCR-Nachbehandlung im Sinne zweier SCR-Wirkbereiche. XPI und das Mercedes-System X-Pulse sind dabei unterschiedliche Produktbezeichnungen. Aus der Namensähnlichkeit darf weder eine gleiche Druckverstärkung noch ein gleicher Injektoraufbau abgeleitet werden. Der D30 ist innerhalb der ab 2020 eingeführten Fahrzeugfamilie ein neuer Antriebsstand, keine neue TGX-Fahrerhausgeneration.

Kühlung und Schmierung begrenzen, welche Belastung ein Motor dauerhaft verträgt. Das Motoröl hält nicht nur Gleitstellen getrennt; es transportiert auch Wärme aus belasteten Bereichen ab. Die Kühlanlage muss zusätzlich zur Motorwärme weitere fahrzeugabhängige Wärmeströme aufnehmen. Eine besonders niedrige Drehzahl ist deshalb kein Selbstzweck: Wird bei zu niedriger Drehzahl zu viel Moment verlangt, verschieben sich Verbrennung, Lagerbelastung und Ansprechverhalten. Die Abstimmung des gesamten Antriebs entscheidet, wo wirtschaftlicher Betrieb möglich ist.

  • alle genannten schweren MAN-Diesel sind aufgeladen und ladeluftgekühlt
  • D30, D26 und D38 sind Reihensechszylinder; der frühere 680-PS-Motor ist ein V8
  • Common Rail, Aufladung, Abgasnachbehandlung und Motorbremse als System betrachten

Quellenhinweis: MAN · D30 PowerLion · MAN · historischer V8

Generischer schwerer Reihensechszylinder mit Turbolader und Nebenaggregaten.
Generische Abbildung – KI generiertReihensechszylinder als allgemeines Anschauungsmodell. Leistungsstufe, Hubraum und Hersteller sind daraus nicht ablesbar.

Getriebe: TipMatic bezeichnet das automatisierte Schaltsystem

Mit dem D30 arbeitet die neue MAN TipMatic 14. Das automatisierte mechanische Getriebe besitzt 14 Vorwärts- und zwei reguläre Rückwärtsgänge; weitere Rückwärtsstufen können ausstattungsabhängig freigeschaltet werden. Die Steuerung wählt situationsabhängig Direkt- oder Overdrivebereiche und koordiniert Kupplung, Motormoment und Gangwechsel.

Frühere TGX nutzten je nach Aufgabe TipMatic-12-Ausführungen; Schwerlastfahrzeuge konnten zusätzlich eine hydrodynamische Anfahrkupplung erhalten. Beim TGA waren sowohl TipMatic und ComfortShift als auch manuelle Varianten verfügbar. Der Markenname allein ersetzt daher niemals den vollständigen Getriebecode.

Die zusätzliche Spreizung der TipMatic 14 ermöglicht eine andere Zuordnung von Reise- und Rangierbetrieb als ein pauschaler Vergleich mit zwölf Gängen erkennen lässt. Ein kurzer Gang senkt bei geschlossener Kupplung die Fahrgeschwindigkeit für eine gegebene Motordrehzahl. Beim Anfahren muss eine Reibkupplung dagegen zunächst eine Drehzahldifferenz überbrücken. In dieser Phase entsteht Wärme; die Kupplung kann nicht unbegrenzt als Ersatz für eine passend kurze Übersetzung verwendet werden.

Die Kraftflussbetrachtung trennt deshalb drei Fragen: Welches Moment darf am Getriebeeingang anliegen, wie stark wird es im gewählten Gang vervielfacht, und welches Moment vertragen Wellen und Achse danach? Erst mit den freigegebenen Kombinationen ergibt sich eine belastbare Fahrzeugauslegung. Eine nachträglich genannte Motorleistung oder ein allgemeiner TipMatic-Name genügt nicht, um eine andere Zugmasse freizugeben.

Quellenhinweis: MAN · TipMatic 14

Generischer Schnitt eines automatisierten Lkw-Getriebes mit Kupplungsglocke, Zahnradgruppen und Schaltaktuatoren.
Generische Abbildung – KI generiertMechanischer Kraftweg und äußere Betätigung als allgemeine Baugruppenansicht; keine maßstäbliche Darstellung eines bestimmten Getriebetyps.

TGS: Motorwahl und zeitweiliger Vorderachsantrieb

Der TGS erweitert den Blick vom Fernverkehr auf Bau-, Verteil- und Aufbaueinsätze. Die deutsche Ausstattungsübersicht führt D3066, D2676 und D1556 getrennt. Das ist keine Zusage, dass jeder Motor mit jeder Achs- und Fahrerhausausführung kombinierbar ist. Für die Bestimmung eines Fahrzeugs bleiben vollständige Verkaufsbezeichnung und Datenblatt erforderlich.

MAN HydroDrive ist ein zuschaltbarer hydrostatischer Vorderachsantrieb für kurzfristigen zusätzlichen Traktionsbedarf. Die Vorderachse erhält ihr Antriebsmoment hydraulisch. Dieses Prinzip ist von einer mechanisch angetriebenen Vorderachse mit Verteilergetriebe zu unterscheiden. Bei überwiegendem Straßeneinsatz kann die leichtere Auslegung vorteilhaft sein; für dauernden Geländeeinsatz ist der konkrete Anwendungsrahmen maßgeblich.

Praxisbezug: Bei Kipper oder Ladekran gehören neben der Motorleistung auch Nebenabtrieb, Aufbaugewicht und Achslastverteilung zur Auswahl. Mehr Motorleistung vergrößert weder eine zulässige Achslast noch die Standfestigkeit beim Arbeiten.

Quellenhinweis: MAN · TGS-Ausstattung · Motoren und HydroDrive, Abruf 25.09.2026

Freigestelltes vierachsiges Kipperfahrgestell mit Rahmen, Achsen und Hubhydraulik.
Generische Abbildung – KI generiertGenerisches Bau-Lkw-Fahrgestell zur Einordnung von Rahmen, Achsen und Aufbau. Keine Darstellung einer bestimmten Serienausführung.

Bremsen: Radbremse, Motorbremse und Retarder unterscheiden

Die pneumatisch betätigte Betriebsbremse mit elektronischer Regelung bleibt das sicherheitsrelevante Grundsystem. Ergänzend verzögern Motorbremse und Retarder das Fahrzeug verschleißarm. Beim D30 nennt MAN eine Compression Release Brake bis 355 kW und den entkoppelbaren Retarder 47 bis 4.700 Nm; diese Werte gelten nicht automatisch für jeden aktuellen TGX.

Andere Generationen und Konfigurationen können EVBec beziehungsweise Turbo-EVBec, PriTarder oder einen getriebeseitigen Sekundärretarder nutzen. Beim PriTarder arbeiten Abgasbremsfunktion und wassergefüllter Primärretarder zusammen. Beim Gebrauchtfahrzeug entscheidet die tatsächlich verbaute Ausrüstung, nicht nur das TGX-Emblem.

CRB, EVBec und PriTarder beschreiben unterschiedliche technische Ansätze beziehungsweise Entwicklungsstände. Bei einem Motor mit zusätzlicher Kompressionsfreigabe wird die im Zylinder aufgenommene Arbeit gezielt nicht vollständig zurückgewonnen; ein hydrodynamischer Retarder setzt dagegen Energie in einem Flüssigkeitskreislauf um. Für den Vergleich eines älteren TGA mit einem D30-TGX sind daher Betätigungsprinzip, Einbauort, Kühlanbindung und Drehzahlabhängigkeit getrennt aufzunehmen. Eine gemeinsame Spalte mit dem Wort Motorbremse wäre zu ungenau.

Quellenhinweis: MAN · CRB und Retarder 47 · MAN · Dauerbremsen im schweren Einsatz · Cummins/Jacobs · Funktionsprinzip der Kompressionsbremse

Generische Druckluftbremsanlage mit Vorratsbehältern, Modulatoren und Radbremsen.
Generische Abbildung – KI generiertDruckluftversorgung, elektronische Regelung und Radbremsen als zusammenhängendes System; keine Herstellerschaltung.

D30: Verbrennung, SCR und CRB als zusammenhängendes System

Der D3066 im PowerLion-Antriebsstrang verbindet eine auf hohen Wirkungsgrad ausgelegte Verbrennung mit zweistufiger SCR-Nachbehandlung. MAN beschreibt den Verzicht auf gekühlte geregelte Abgasrückführung und die Behandlung des dadurch höheren Roh-NOx-Niveaus in zwei SCR-Stufen. Motorischer Wirkungsgrad und Stickoxidminderung werden dadurch stärker auf Motor und Abgassystem verteilt.

Die CRB wirkt über zusätzliche Kipphebel auf die Auslassventile. Für den D30 nennt MAN bis zu 355 kW Bremsleistung. Der Maximalwert ist kein über alle Drehzahlen verfügbarer Dauerwert. Die mechanische Wirkung lässt sich am Verdichtungstakt erklären; die thermische Belastung und Regelung bleiben vom jeweiligen Betriebszustand abhängig.

Systemvergleich: TipMatic 14 und optionaler Retarder 47 ergänzen den Motor. MAN beschreibt beim Getriebe Direktgang und Overdrive sowie einen im Nichtbremsbetrieb abkoppelbaren Retarder. Dessen Abkopplung vermindert Schleppverluste; sie verändert nicht das Wirkprinzip der CRB im Zylinder.

Quellenhinweis: MAN · D30 PowerLion · SCR, CRB, TipMatic und Retarder

Generischer Zylinderschnitt mit Kolben und Auslassventilbetätigung für eine Dekompressionsbremse.
Generische Abbildung – KI generiertBaugruppen einer Dekompressionsbremse. Die konkrete MAN-CRB-Steuerung ist herstellerspezifisch.

Fahrgestell, Fahrerhaus und Assistenz als Konfiguration lesen

Die aktuelle Generation kombiniert verschiedene Fahrerhäuser mit Straßen-, Schwerlast- und Bau-Chassis. Rahmen, Radstand, Federung, Achsübersetzung, Antriebsachsen, HydroDrive und Nebenantriebe müssen für die jeweilige Aufgabe zusammengestellt werden. Eine 4×2-Sattelzugmaschine folgt anderen Last- und Traktionsanforderungen als ein 8×4-Baufahrzeug.

Abbiege-, Spurwechsel-, Abstands-, Stau- und Notbremsfunktionen wurden über die Generationen erweitert. Verfügbarkeit und Funktionsumfang hängen von Baujahr, Markt und Ausstattung ab. Ein moderner Assistent hebt weder die Verantwortung des Fahrers noch die Grenzen von Sensorik und Fahrbahnhaftung auf.

Quellenhinweis: MAN · TGX-Ausstattung · MAN · TGS-Ausstattung

Einsatz: TGX für die Straße, TGS als robuste Ergänzung

Der TGX deckt internationalen und nationalen Fernverkehr, volumen- oder nutzlastorientierte Transporte und in geeigneter Konfiguration Schwerlastaufgaben ab. TGS-Ausführungen übernehmen stärker bau-, traktion- und aufbaubezogene Aufgaben.

Für den Vergleich der drei Generationen sind nicht nur Nennleistung und Fahrerhausgröße entscheidend. Achsübersetzung, Gesamtspreizung, Dauerbremsleistung, Nutzlast, Aerodynamik, Softwarestand und Wartungshistorie bestimmen den praktischen Nutzen ebenso stark.

Generischer schwerer Reihensechszylinder mit Turbolader und Nebenaggregaten.
Generische Abbildung – KI generiertReihensechszylinder als allgemeines Anschauungsmodell. Leistungsstufe, Hubraum und Hersteller sind daraus nicht ablesbar.

Generationenordnung

Aktuelle, zweitneueste und drittneueste Generation

Die Karten folgen den grundlegenden schweren MAN-Fahrzeuggenerationen. Das D30-PowerLion-Paket und frühere Modellpflegen werden als wichtige Entwicklungsstände, nicht als zusätzliche Fahrzeuggenerationen geführt.

Aktuelle Entwicklungsstufe

Neue MAN Truck Generation – TGX

Seit 2020 · D30 PowerLion seit Modelljahr 2025

Neue Bedien- und Elektronikarchitektur mit GX-, GM- und GN-Fahrerhäusern; der aktuelle D30-Antriebsstrang ergänzt die Generation um TipMatic 14 und neue Dauerbremsoptionen.

Aktuelle Generation öffnen

Vorheriger Vergleichsstand

Erster TGX und TGS

2007–2020 · mehrere Modellpflegen

Direkter TGA-Nachfolger mit eigenständiger TGX-Fernverkehrslinie, großem XXL-Fahrerhaus und einer Entwicklung vom 680-PS-V8 zu D26- und D38-Reihensechszylindern.

TGX 2007–2020 öffnen

Frühere Vergleichsstufe

TGA

2000–2007

Ausgangspunkt der modernen TG-Familie mit elektronisch unterstützten Fahrfunktionen, TipMatic, mehreren Fahrerhausgrößen und schweren Straßen- sowie Bauausführungen.

TGA öffnen

Einheitlicher Identifikationsstandard

Identifikationssteckbriefe der drei Entwicklungsstufen

Die MAN-Modellschreibweise wird als mehrteilige Variantenbezeichnung gelesen: Baureihe, Gewichtsklasse, Leistungsstufe, Achsformel, Federung und Fahrzeugart gehören zusammen.

Genannt werden repräsentative, öffentlich belegte Bezeichnungen für europäische Ausführungen. Sie bilden keinen vollständigen Typenkatalog: Markt, Modelljahr, Abgasstufe, Achsformel und Einsatz können andere Kombinationen ergeben. Für ein einzelnes Fahrzeug bleiben FIN/VIN, Fahrzeugunterlagen sowie Motor- und Getriebetypenschild maßgeblich.

  1. Aktuelle EntwicklungsstufeNeue MAN Truck Generation – TGX

    Modelle und Bezeichnungen
    Belegtes Beispiel: TGX 18.520 4×2 LL SA mit GX-Fahrerhaus. Der vollständige Name unterscheidet sich bewusst von der verkürzten Bezeichnung TGX 520.
    Modernisierung
    Grundgeneration seit 2020; neue Cockpit-, Assistenz- und Elektronikarchitektur. D30 PowerLion und TipMatic 14 sind seit Modelljahr 2025 ein Antriebsupdate innerhalb dieser Generation.
    Motorfamilie und belegter Beispiel-Typcode
    Je nach Produktstand D1556, D2676 und D3876; im belegten TGX 18.520 arbeitet ein D2676 Euro 6e. Seit Modelljahr 2025 ersetzt der D3066, kurz D30, bei den genannten 4×2-Sattelzugmaschinen D15 und D26. Diese Grundtypen ersetzen nicht die vollständige LF-Ausführung.
    Schaltsystem und belegter Beispiel-Getriebetyp
    Beim genannten 18.520 ist MAN TipMatic 12.26 DD mit Retarder dokumentiert. Der D30-Antriebsstrang nutzt TipMatic 14; einen einzigen universellen TGX-Getriebecode gibt es nicht.
    Fahrzeug eindeutig zuordnen
    18.520, 4×2, LL und SA beschreiben verschiedene Fahrzeugmerkmale. Für die Aggregateausführung bleiben FIN, Fahrzeugdaten und Typenschilder maßgeblich.
  2. Vorheriger VergleichsstandErster TGX und TGS

    Modelle und Bezeichnungen
    Repräsentative Fernverkehrsbezeichnungen reichen vom TGX 18.500 bis zum frühen TGX 18.680. Fahrerhaus- und Achscodes ergänzen die genaue Ausführung.
    Modernisierung
    Einführung 2007; anschließend mehrere Front-, Innenraum-, Euro-VI- und Antriebsupdates bis zum Generationswechsel 2020.
    Motorfamilie und belegter Beispiel-Typcode
    D20/D2066 und D26/D2676 als Reihensechszylinder; ab 2019 D15/D1556 als leichterer D20-Nachfolger. Hinzu kamen im frühen TGX D28/D2868 als 680-PS-V8 und später D38/D3876 als schwerer Reihensechszylinder.
    Schaltsystem und belegter Beispiel-Getriebetyp
    Überwiegend TipMatic-12-Ausführungen, je nach Einsatz als Direkt- oder Overdrivevariante und optional mit Retarder. Der konkrete Typ steht in Fahrzeugunterlage und am Getriebe.
    Fahrzeug eindeutig zuordnen
    Motorwechsel und Modellpflege verliefen innerhalb derselben TGX-Grundgeneration. Baujahr und Leistungszahl allein bestimmen deshalb weder Motortyp noch Getriebe.
  3. Frühere VergleichsstufeTGA

    Modelle und Bezeichnungen
    Typische Bezeichnungen sind TGA 18.480 oder TGA 26.530. Sie nennen Gewichts- und Leistungsstufe; erst Achs-, Fahrerhaus- und Einsatzkürzel zeigen, ob eine konkrete Ausführung für Straße, Bau oder eine andere Aufgabe bestimmt ist.
    Modernisierung
    Einführung 2000 als neue schwere TG-Familie; technische Änderungen bis zur Aufteilung in TGX und TGS ab 2007 werden als Modelljahresentwicklung geführt.
    Motorfamilie und belegter Beispiel-Typcode
    Je nach Leistung und Baujahr D28-Reihensechszylinder wie D2866/D2876; schwere Spitzenversionen nutzten auch den D2840-V10. Eine Modellzahl legt den Untertyp nicht sicher fest.
    Schaltsystem und belegter Beispiel-Getriebetyp
    MAN TipMatic bezeichnete das automatisierte Schaltsystem auf ZF-AS-Tronic-Hardware; daneben gab es manuelle ZF-Ecosplit-16-Ganggetriebe. Exakter Grundtyp, Steuerungsstand und Retarder hängen vom Fahrzeug ab.
    Fahrzeug eindeutig zuordnen
    TGA, Gewichtsklasse und Leistung werden mit Achsformel, Fahrerhaus, Emissionsstand und FIN abgeglichen; erst danach lässt sich die Aggregatekombination belastbar benennen.

Nachprüfbare Grundlage

Quellenbasis dieser Seite

Die technischen Kernaussagen wurden mit den folgenden Hersteller- und Systemanbieterinformationen abgeglichen. Fahrzeugbezogene Reparaturdaten bleiben den Unterlagen des konkreten Baumusters vorbehalten.

Einordnung

Technisches Verständnis, keine Reparaturfreigabe.

Die Darstellung erklärt Aufbau und Funktion. Fahrzeugabhängige Reparaturwerte, Prüfabläufe und Sicherheitsvorgaben müssen immer aus den passenden Herstellerunterlagen entnommen werden.