Drive 1: Hauptmenü. Drive 2: technische Direktziele. Link antippen: Vorschau; erneut antippen: Seite öffnen.

Nutzfahrzeugtechnik MAG

Bitte Handy quer halten

Im Querformat sehen Sie die breite Drive-Ansicht mit Banner und Technikmenüs. Drehen Sie Ihr Handy auf die Seite.

Bleibt die Ansicht hochkant, lösen Sie bitte die Drehsperre Ihres Geräts.

Alle Bedienelemente sind auch mit VoiceOver erreichbar.

Mercedes-Benz · Baugruppen und Funktion

Mercedes-Benz Actros: OM 471, PLD und PowerShift nach Baugruppen

Der Wechsel von den V-Motoren des älteren Actros zu den Reihensechszylindern der neuen Plattform verändert auch die Einspritzarchitektur. Motorbaumuster, Einspritzsystem, Getriebe und Dauerbremse werden deshalb getrennt zugeordnet; der Verkaufsname Actros allein beschreibt keinen vollständigen Antriebsstrang.

Abschnitte und Quellen dieser Seite
Technischer Zusammenhang
  • Älterer Actros: OM 501/502 und PLD
  • Actros ab 2011: OM 471 und Common Rail
  • OM 471: Entwicklungsstand 2022
  • PowerShift, Anfahrkupplung und Achsantrieb
  • Fahrzeug- und Aggregatbezug in Truck Base
  • Redaktionell geprüft: 25. September 2026

Fahrzeug und Motorbaumuster: Drei Ebenen auseinanderhalten

Beim Actros MP3 stehen die V-Motoren OM 501 und OM 502 für eine andere Grundkonstruktion als der OM 471 der ab 2011 eingeführten Actros-Plattform. Eine höhere Leistungsziffer am Fahrerhaus erlaubt keinen unmittelbaren Rückschluss auf Zahl und Anordnung der Zylinder. Auch innerhalb derselben Verkaufsbezeichnung sind Markt und Angebotsjahr zu berücksichtigen.

Die Truck Base führt deshalb Fahrzeugdatensatz, Motorisierung und Aggregatzuordnung getrennt. Der dort verlinkte Actros L mit OM 471 der dritten Generation ist ein dokumentierter Angebotsstand von 2022. Er darf nicht stillschweigend als vollständige Spezifikation jeder späteren ProCabin- oder Powerliner-Ausführung verwendet werden.

Generischer schwerer Reihensechszylinder mit Turbolader und Nebenaggregaten.
Generische Abbildung – KI generiertReihensechszylinder als allgemeines Anschauungsmodell. Leistungsstufe, Hubraum und Hersteller sind daraus nicht ablesbar.

Pumpe–Leitung–Düse: Druck entsteht für jeden Zylinder einzeln

Für den frühen Actros dokumentiert Mercedes-Benz am OM 502 LA eine elektronisch geregelte Pumpe-Leitung-Düse-Einspritzung. Die einzelne Pumpeneinheit ist über eine kurze Hochdruckleitung mit dem Düsenhalter verbunden. Sie bildet zusammen mit diesem eine zylinderbezogene Einspritzeinheit, aber keinen gemeinsamen Hochdruckspeicher für alle Zylinder.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz · Actros und OM 502 LA, Presseinformation 1996

OM 471 mit X-Pulse: Raildruck und Düsendruck sind verschiedene Größen

Die OM-471-Vorstellung von 2011 beschreibt Common Rail mit einer zusätzlichen Druckübersetzung im Injektor. Das Rail versorgt die Injektoren gemeinsam; ein hydraulischer Übersetzer kann den Druck für die Einspritzung lokal erhöhen. Der am Rail erfasste Druck ist daher nicht automatisch der maximale Druck an der Düse.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz · OM 471 und X-Pulse, Vorstellung 2011

OM 471, Stand 2022: Druckgeregelte Schmierung als Nebenaggregataufgabe

Für die dritte OM-471-Generation nennt Daimler Truck eine über ein elektrisch betätigtes Ventil beeinflusste Öldruckregelung. Die Abstimmung berücksichtigt den Schmier- und Kühlbedarf des Motors. Die technische Wirkung betrifft damit die Versorgung des Triebwerks ebenso wie die Leistungsaufnahme des Nebenaggregats.

Quellenhinweis: Daimler Truck · dritte OM-471-Generation, 2022

PowerShift: Getriebehardware und Schaltstrategie getrennt lesen

PowerShift bezeichnet die automatisierte Schaltung innerhalb einer Familie mechanischer Getriebe. Die offizielle Euro-VI-Übersicht führt unterschiedliche Getriebetypen und Übersetzungen. Eine Beschreibung des Bedien- oder Schaltprogramms ersetzt deshalb nicht die Identifikation des eingebauten Getriebes.

Quellenhinweis: Mercedes-Benz Trucks · Euro-VI-Getriebetypen

Dauerbremsen: Ventiltrieb und hydrodynamischer Arbeitsraum erfüllen andere Aufgaben

Die Motorbremse nutzt den vom Fahrzeug angetriebenen Motor als Energie aufnehmendes Aggregat. Eine Dekompressionsfunktion verändert den Druckverlauf im Zylinder durch gezielte Ventilbetätigung. Ihre Wirkung setzt den passenden Betriebszustand und einen geschlossenen Kraftweg zum Motor voraus.

Ein zusätzlich eingebauter Retarder nimmt Bremsleistung in einem hydrodynamischen Arbeitsraum auf. Beim Wasserretarder übernimmt das Kühlmittel selbst die Funktion des Arbeitsmediums; beim Ölretarder bleiben Arbeitsöl und Kühlmittel getrennt und tauschen Wärme über einen Wärmetauscher aus. Die konkrete Bauart bestimmt damit auch den Verlauf der Wärmeabfuhr.

Für die Streckeneignung zählt die dauerhaft verfügbare Bremsleistung. Die Motordrehzahl, die Kühlung und der Kraftschluss können diese auf unterschiedliche Weise begrenzen. Eine hohe Motor-Nennleistung ist kein Ersatzwert für die tatsächlich eingebaute Dauerbremsausstattung.

Generischer geöffneter Dieselzylinder mit Kolben, Zylinderkopf und Ventilbetätigung.
Generische Abbildung – KI generiertKolben und Ventiltrieb als Anschauungsmodell. Steuerzeiten und Ventilstellungen sind im Text erklärt und nicht aus dem Bild zu messen.

Nachprüfbare Grundlage

Quellenbasis dieser Seite

Die technischen Kernaussagen wurden mit den folgenden Hersteller- und Systemanbieterinformationen abgeglichen. Fahrzeugbezogene Reparaturdaten bleiben den Unterlagen des konkreten Baumusters vorbehalten.

Einordnung

Technisches Verständnis, keine Reparaturfreigabe.

Die Darstellung erklärt Aufbau und Funktion. Fahrzeugabhängige Reparaturwerte, Prüfabläufe und Sicherheitsvorgaben müssen immer aus den passenden Herstellerunterlagen entnommen werden.