Gemeinsame Voraussetzungen und eindeutige Grenzen
Diese Abläufe erläutern die technische Reihenfolge für unterwiesenes Fahrpersonal. Vor jedem Vorgang sind Eignung der Kombination, zulässige Lasten, Kupplungsgrößen, Höhen und Freiräume zu prüfen. Die Fläche muss tragfähig und möglichst eben sein. Vor dem Aussteigen wird das Zugfahrzeug mit seiner Feststellbremse gesichert; der Anhänger erhält seine eigene Feststellbremse und geeignete Unterlegkeile an nicht gelenkten, aufstehenden Achsen.
Während ein Fahrzeug rangiert, hält sich niemand zwischen den Fahrzeugen oder im Schwenkbereich der Deichsel auf. Eine einweisende Person steht seitlich mit Sichtkontakt; geht dieser verloren, wird sofort angehalten. Der Lkw fährt zum gesicherten Anhänger. Den Anhänger auf den Lkw zurollen zu lassen ist kein zulässiges Kuppelverfahren.
Die folgenden Sattelabläufe betreffen den normalen Fall mit nach dem Verriegeln zugänglichen Anschlüssen. Für einen eingeschränkten Zwischenraum, automatische Kuppelsysteme, tief angeordnete Kupplungen und zwangsgelenkte Sonderausführungen ist die hierfür festgelegte Arbeitsweise erforderlich. Insbesondere wird nicht eigenmächtig vor dem mechanischen Kuppeln die Luftversorgung verbunden.
Nach dem Ankuppeln gehören Druckaufbau, Leitungsfreigang, Bremsfunktion, ABS-/EBS-Anzeigen, Beleuchtung, Fahrniveau, Ladungssicherung und gesicherte Stützen zur Abfahrtkontrolle. Eine unklare Verriegelung oder eine Bremsstörung bedeutet: gesichert stehen bleiben und den Mangel klären. Die generischen Bilder zeigen Baugruppen, keine freigegebenen Kontrollstellungen.
Quellenhinweis: DGUV Information 214-080 · vollständige Kuppelabläufe und Bauartunterschiede · KRONE · Profi Liner, Ausgabe 09/2024, Aufsatteln und Absatteln

Auflieger aufsatteln
1. Kombination und Zustand prüfen. Auflieger mit Feststellbremse und Keilen sichern. Königszapfen, Aufliegerplatte und Kupplung auf erkennbare Schäden und den vorgeschriebenen Wartungszustand prüfen. Die Sattelkupplung nach ihrer Anleitung in Einfahrbereitschaft bringen.
2. Gerade ausrichten und die Höhe anpassen. Bei einer Luftfederzugmaschine zunächst mit abgesenkter Platte vorsichtig unter den vorderen Aufliegerbereich fahren. Vor Erreichen des Königszapfens anhalten und die Luftfederung anheben, bis beide Platten Kontakt haben; den Auflieger dabei nicht von den Stützen heben. Bei Blattfederung erfolgt die Höhenanpassung über die Stützen so, dass die Kupplungsplatte den Auflieger beim Einfahren geringfügig anhebt. Die konkreten Abstände liefert die Fahrzeuganleitung.
3. Bei freiem Gefahrbereich langsam und fluchtend zurücksetzen, bis der Verschluss einrastet. Die vorgeschriebene vorsichtige Anfahrprobe im kleinen Gang gegen den gesicherten Auflieger durchführen. Anschließend die Feststellbremse der Zugmaschine betätigen.
4. Aussteigen und Verschluss sowie Sicherung kontrollieren: korrekter Zapfensitz, kein Luftspalt zwischen den Platten und vorgeschriebene Stellung der Sicherungsfalle beziehungsweise des Kontrollanzeigers. Eine nicht selbsttätige Sicherung zusätzlich anbringen. Bei Zweifel den Vorgang gesichert neu beginnen, nicht durch Zugkraft eine unklare Verbindung testen.
5. Bei weiterhin gesicherten Fahrzeugen die sauberen Luftanschlüsse verbinden: zuerst Gelb, danach Rot. Elektrische Versorgung, Beleuchtung und ABS/EBS nach Fahrzeugvorgabe anschließen und verriegeln. Leitungen auf Scheuerfreiheit und ausreichende Bewegungsreserve prüfen.
6. Stützwinden vollständig in Fahrstellung bringen und Kurbel sichern. Anhängerfeststellbremse lösen, Keile entfernen und verstauen; die Zugmaschine bleibt dabei festgesetzt. Vorgeschriebenes Fahrniveau und Achsstellung herstellen. Erst nach vollständiger Abfahrt- und Bremskontrolle fahren.
Quellenhinweis: KRONE · Profi Liner, Ausgabe 09/2024, Aufsatteln und Absatteln · JOST · Originalanleitung JSK 36/37, Ausgabe 04/2019, öffentliches Dokumentenarchiv · DGUV Information 214-080 · vollständige Kuppelabläufe und Bauartunterschiede

Auflieger absatteln
1. Abstellplatz und Stützentragfähigkeit prüfen. Ist das Absatteln mit dieser Ladung zulässig? Zug möglichst gestreckt abstellen; die vorgesehene Höhenvorbereitung bei Luftfederung durchführen. Zugmaschine und Auflieger mit ihren Feststellbremsen sichern, dann passende Keile am Auflieger anlegen.
2. Stützwinden auf tragfähigen Boden beziehungsweise geeignete Unterlagen absenken. Bei Luftfederung zunächst Bodenkontakt herstellen; bei Blattfederung die Zugmaschine entsprechend der Anleitung entlasten, ohne die Aufliegerplatte von der Kupplung abzuheben. Stützen müssen die Last anschließend sicher übernehmen können.
3. Verbindungsleitungen lösen, bevor die Fahrzeuge auseinanderfahren: bei der Druckluft zuerst Rot, danach Gelb. Elektrische Stecker nach Fahrzeugvorgabe trennen. Anschlüsse verschließen und alle Leitungen in ihren Halterungen verstauen.
4. Erst jetzt die Sicherung der Sattelkupplung und anschließend den Verschluss nach Kupplungsanleitung öffnen. Niemand bleibt zwischen den Fahrzeugen. Eine unter Spannung schwergängige Betätigung wird nicht mit improvisierten Hebeln erzwungen.
5. Langsam gerade vorziehen. Bei Luftfederung zunächst nur so weit fahren, dass der Zapfen den Verschluss freigibt und die Platte noch unter dem Auflieger liegt. Anhalten und die Federung nach Herstellervorgabe absenken, damit das Heck beim vollständigen Herausfahren nicht hochschlägt. Bei Blattfederung entsprechend langsam ausfahren. Stand des Aufliegers und gegebenenfalls erforderliche Parkkennzeichnung abschließend prüfen.
Quellenhinweis: DGUV Information 214-080 · vollständige Kuppelabläufe und Bauartunterschiede · KRONE · Profi Liner, Ausgabe 09/2024, Aufsatteln und Absatteln · JOST · Originalanleitung JSK 36/37, Ausgabe 04/2019, öffentliches Dokumentenarchiv

Gelenkdeichsel- und Drehschemelanhänger ankuppeln
1. Kombination, Zugöse und Kupplung prüfen. Bis auf einen sicheren Arbeitsabstand heranfahren und den Lkw festsetzen. Anhängerfeststellbremse betätigen und Keile an einer geeigneten starren Achse anlegen, nicht am schwenkbaren Drehschemel.
2. Für die erforderliche Lenkbewegung die Vorderachsbremse über die vorgesehene Einrichtung lösen. Die Anhängerfeststellbremse muss dabei wirksam bleiben. Die konkrete Ventilbetätigung richtet sich nach der Anhängeranleitung; nicht pauschal alle Bremsen lösen. Niemand steht im möglichen Ausschlagbereich der Zuggabel.
3. Zugöse mit der Höheneinstelleinrichtung auf die vom Kupplungshersteller vorgeschriebene Einlaufhöhe bringen. Größeren seitlichen Versatz durch neues Anfahren korrigieren. Kupplung öffnen und das Fangmaul entsprechend seiner Bauart in Bereitschaft arretieren.
4. Gefahrbereich räumen. Lkw langsam zurücksetzen, bis die Öse eingefahren ist und die Kupplung selbsttätig schließt. Vorgeschriebene vorsichtige Anfahrprobe durchführen, Lkw danach wieder mit Feststellbremse sichern.
5. Verriegelungsanzeiger und Sicherung prüfen. Beim erläuterten RO-400-Prinzip darf der Kontrollstift nicht vorstehen. Anschließend Gelb, dann Rot sowie die vorgesehenen elektrischen Leitungen anschließen. Eine Tastkontrolle beschränkt sich auf den dafür vorgesehenen Anzeiger.
6. Höheneinstelleinrichtung gegebenenfalls in Fahrstellung bringen. Anhängerfeststellbremse lösen und Keile verstauen, während der Lkw festgesetzt bleibt. Fahrniveau, Leitungsfreigang und die vollständige Abfahrtkontrolle einschließlich Bremse und Licht prüfen.
Quellenhinweis: KRONE · Box Carrier, Stützvorrichtungen und Kuppelabläufe · ROCKINGER · Originalanleitung RO 400, Bedienung und Kontrollstift, Herstellerdokument bei Hirschi · DGUV Information 214-080 · vollständige Kuppelabläufe und Bauartunterschiede

Gelenkdeichsel- und Drehschemelanhänger abkuppeln
1. Zug auf geeignetem Untergrund möglichst gerade abstellen. Lkw-Feststellbremse betätigen. Am Anhänger ebenfalls die Feststellbremse anlegen und Keile an der geeigneten starren Achse setzen.
2. Die Zuggabel mit ihrer dafür vorgesehenen Höheneinstelleinrichtung sichern. Sie darf nach dem Trennen nicht unkontrolliert absinken oder seitlich ausschlagen. Einen vorhandenen, für die Fahrt gelösten Haltemechanismus entsprechend der Anleitung in Abstellstellung bringen.
3. Luftleitungen in der Reihenfolge Rot, dann Gelb trennen. Elektrische Anschlüsse lösen und alle Verbindungen gegen Verschmutzung geschützt ablegen. Die Feststellbremse bleibt unabhängig von der beim Lufttrennen ausgelösten Bremsung betätigt.
4. Sicherung beziehungsweise Betätigung der Bolzenkupplung nach deren Anleitung öffnen. Den Zwischenraum vollständig verlassen. Erst dann den Lkw langsam gerade vorziehen, bis die Zugöse frei ist.
5. Sicheren Stand, Bremsung und Lage der Deichsel kontrollieren. Die leere Kupplung nur mit dem dafür vorgesehenen Verfahren in ihre Abstellstellung bringen; nicht mit der Hand in den Bolzenmechanismus greifen. Ein Drehschemel braucht für diesen Vorgang keine vordere Laststütze wie ein Zentralachsanhänger, weil sein Fahrgestell auf den eigenen Achsen steht.
Quellenhinweis: KRONE · Load Carrier, Drehschemel- und Zentralachsanhänger · KRONE · Box Carrier, Stützvorrichtungen und Kuppelabläufe · ROCKINGER · Originalanleitung RO 400, Bedienung und Kontrollstift, Herstellerdokument bei Hirschi

Starrdeichsel- und Tandem-Zentralachsanhänger ankuppeln
1. Freigegebene Kombination und ausreichende positive Stützlast prüfen. Lkw festsetzen; Anhänger mit eigener Feststellbremse und Keilen sichern. Bei vorhandenen Heckstützen deren vorgeschriebenes Einfahren und die Lastverteilung prüfen. Ein nach hinten kippender Anhänger wird nicht durch die Kupplung in Position gezwungen.
2. Vordere Stütze so einstellen, dass die Zugöse die vorgeschriebene Höhe im Fangmaul trifft. Bei der beispielhaften RO 400 liegt der zulässige Einlaufbereich in der unteren Hälfte bis höchstens zur Mitte. Zugfahrzeug möglichst genau fluchtend ausrichten. Seitliches Zerren würde Deichsel, Kupplung und Stütze belasten.
3. Kupplung öffnen und in Bereitschaft bringen. Gefahrbereich räumen und den Lkw langsam zurücksetzen, bis der Mechanismus verriegelt. Vorgeschriebene vorsichtige Anfahrprobe durchführen. Anschließend die Lkw-Feststellbremse wieder betätigen.
4. Verriegelung und Sicherung anhand der tatsächlichen Kupplung prüfen. Saubere Luftleitungen zuerst Gelb, dann Rot verbinden; Elektrik und ABS/EBS anschließen und sichern. Die Stütze trägt bis zur korrekt hergestellten Verbindung weiter ihren vorgesehenen Lastanteil.
5. Vordere Stütze vollständig einfahren und sichern, ebenso alle für die Fahrt zurückzustellenden Einrichtungen. Bei festgesetztem Lkw Anhängerfeststellbremse lösen und Keile verstauen. Fahrhöhe, Bewegungsraum der Deichsel, Leitungen und Bremsfunktion in die Abfahrtkontrolle einbeziehen. Zwei eng benachbarte Achsen machen diesen Laststützvorgang nicht entbehrlich.
Quellenhinweis: ROCKINGER · Originalanleitung RO 400, Bedienung und Kontrollstift, Herstellerdokument bei Hirschi · KRONE · Load Carrier, Drehschemel- und Zentralachsanhänger · KRONE · Box Carrier, Stützvorrichtungen und Kuppelabläufe

Starrdeichsel- und Tandem-Zentralachsanhänger abkuppeln
1. Geeigneten tragfähigen Abstellplatz wählen und die Fahrzeugkombination gestreckt abstellen. Lkw-Feststellbremse betätigen, Anhängerfeststellbremse anlegen und Unterlegkeile setzen. Abstellen und späteres Beladen müssen mit der vorgesehenen Lastverteilung vereinbar sein.
2. Die vordere Stütze vor dem Öffnen der Kupplung absenken. Sie muss die Stützlast übernehmen; die Zugöse wird nach Anhängeranleitung von ihrer Auflage entlastet. Dabei weder das Lkw-Heck hochdrücken noch mit der Stütze eine verspannte Kupplung gewaltsam auseinanderziehen. Notwendige weitere Abstützungen nach Vorgabe herstellen.
3. Druckluft zuerst an Rot und danach an Gelb trennen. Elektrische Stecker lösen, Schutzdeckel schließen und Leitungen ordentlich verstauen. Die automatische Bremsung beim Trennen bleibt eine zusätzliche Funktion zur zuvor betätigten Feststellbremse.
4. Kupplung nach Herstelleranleitung entsichern und öffnen. Alle Personen verlassen den Zwischenraum. Lkw langsam und gerade vorziehen; der Anhänger bleibt auf Achsen und Stütze sicher stehen.
5. Stützen, Keile, Bremsung und Deichsellage abschließend kontrollieren. Nach dem Trennen darf keine Ladungsverschiebung einen instabilen Zustand erzeugen. Für Arbeiten oder Beladung im abgestellten Zustand gelten die dafür vorgesehenen zusätzlichen Abstütz- und Tragfähigkeitsanforderungen.
Quellenhinweis: KRONE · Box Carrier, Stützvorrichtungen und Kuppelabläufe · KRONE · Load Carrier, Drehschemel- und Zentralachsanhänger · DGUV Information 214-080 · vollständige Kuppelabläufe und Bauartunterschiede

